Mittwoch, 6. August 2014

Aktuelles Funk-Blitzsystem von Cactus - Erste Eindrücke

Bisher hatte ich als „Strobist“  3 Cactus V2s mit 2 Sendern genutzt.

Als Lichtquellen gab es Pentax 540 & 360, Sigma Ringblitz, Nikon SB24 und nen alten Metz ohne TTL/manuelle Leistungseinstellung.

Bei den Lichtformern habe ich bisher auf Durchlichtschirme, Better-Bounce-Cards und einen großen runden Reflektor gesetzt.

Der Aufbau mit den wackeligen, unzuverlässigen V2s war immer nervig und beim Justieren eines Aufbaus springt man ziemlich rum. Zudem sind in den V2s exotische, teure Batterien und zuverlässig lösen die Dinger auch nicht aus. Daneben legen sich einige der Geräte nach kurzer Nichtnutzung schlafen (der 360er/beim 540er kann man das zum Glück abschalten).

Die Berichte über das neue  Cactus-System aus V6 &RF60 habe ich mit Interesse verfolgt und mir zu meinem aktuellen USA-Aufenthalt eine Einkaufsliste knapp unter der Zoll-Freigrenze zusammengestellt:
  • 2  RF60- Blitze mit eingebauem Sender/Empfänder
  • 2 V6 Transciever mit Möglichkeit zur Leistungsregulation in 4 Gruppen
  • 2 ältere V5 Transciever, die zu den anderen Teilen kompatibel sind, aber keine Gruppen können
  • Eine 60cm Softbox  (CB-60) für Systemblitze (auch von Cactus)
Die Transziever habe so was von Bremer Stadtmusikanten

Damit läuft alles mit AA oder AAA Batterien und die Transciever sind in ihrer Ausführung viel robuster geworden. Ich hatte auch direkt die Möglichkeit bei Produktphotos (die ich hier nicht zeigen darf) auszuprobieren.

Die Softbox CB-60 und den Betrieb mit Pentax/Nikon-Blitzen  konnte ich noch nicht testen.




Hier eine vorläufige Liste, was mir so aufgefallen ist:

Blitze:
  •  Solide Ausführung, nur Streuscheibe und Bouncekärtchen sind etwas fimschig
  • Kein TTL (klar!) , aber leider auch kein A-Modus
  • Stativgewinde an der Seite ist eine klasse Idee
  • Die Teile sind etwas größer als der 540er, passen aber noch in ein Objektivfach im Rucksack in dem auch ein DA50-135 paßt
  • Blitz-Performance und Zoom 24…105mm KB sind gut
  • Die Zeit bis zum Ausschalten läßt sich gut programieren
  • Die Bedienung als Sender/Master mit Leistungsfernsteuerung ist nicht so intuitiv gelöst wie beim V6.
Sender:
  • Die V6er sind deutlich größer als die V5er, läßt sich aber gut bedienen
  • Die Leistung läßt sich an der Kamera sehr gut und bequem regulieren – ob man die Zoomverstellung wirklich braucht? …inzwischen zweifel ich, ob ich wirklich 2 RF60 gebraucht hätte. Das Bedienkonzept klappt prima.
  • Das Gehäuse ragt hinten etwas über die Kamera hinaus, so daß man mit der Stirn (an der K3) leicht die Einstellungen verändert. Da wäre noch Verbesserungspotential. 
  • Nachtrag: Nach einem Firmwareupdate läßt sich das Rad jetzt sperren
  • Da wo es mit der Kamera  eng wird (in kleinen Hohlräumen) helfen die kompakteren V5 klar zu kommen – die V6 sind schon riesig
  • Über den V6 kann man auch den Auslöseblitz der Kamera (auch TTL mit Vorblitz) nutzen, den Impuls in das Funk-Blitz-Netzwerk einzusteuern.
  • Nachtrag: Die Steuerung von Fremdblitzen klappt prima. Getestet: Pentax AF-360FGZ, -540FGZ und Nikon SB-24.
  • Mein kürzlich erstandene Blitzbelichtungsmesser mit Lichtmessung ist klasse – besonders, wenn man große, schwarze Gegenstände fotografieren will. TTL versagt da immer!
Kurzes Fazit bisher: Klasse !!!

Strobisten-Start-Empfehlung (für Nachahmer): mit 2 V6 (falls kompatibler Blitz vorhanden) oder je einem V6 & RF60 ist ein guter Startpunkt für die creative Blitznutzung gesetzt, der weit über der (teureren) Nutzung von Systemblitzen liegt. 

1 Kommentar:

  1. Kleiner Nachtrag (Nov. 2016): Mittlerweile gibt es für ca. 30€ mehr einen V6II, der nach Firmwareupdate voll kompatibel zum System ist. Key-Features:
    - HSS Steuerung bei RF60 oder V6II
    - Zusätzlich einstellbares Autofocus-Licht

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