Der erste Winter mit Wärmepumpe – ein Erfahrungsbericht
Ausgangsbasis:
Unser Reihenendhaus mit 125 m² Wohnfläche, voll unterkellert, ist Baujahr 1992 und steht im vergleichsweise milden Rheinland.Die Vaillant Gasheizung von 1992 (noch kein Brennwertsystem) hatte in den letzten Jahren einen Verbrauch von ca. 8.000 bis 11.000 kWh, wobei zusätzlich ca. 200-400 kWh für das Heizen mit 3 vorhandenen Klimasplitgeräten verbraucht wurden. Es sind klassische Heizkörper verbaut und das Warmwasser wird dezentral elektrisch erzeugt (el. Durchlauferhitze & Untertischgeräte - jählich ca. 900 kWh mit ca. 220 € mit Berücksichtigung des PV-EIgenverbrauchs)
Seit 2019 gibt es eine PV-Anlage mit 9,35 kWp in Ost(1/3)/West(2/3)-Ausrichtung und einen 10 kWh PV-Speicher (Senec V3 LFP)
Wir bewohnen das Haus aktuell mit 2 Personen
Einbau der Wärmepumpe:
Einbau: April 2025 durch die Fa. Giedorf GmbH in Neuss.
Gerät: Buderus Logaplus M WLW186i-7 AR (Monoblock) mit 120l Pufferspeicher
Steuerung: Funkmodul MX400 mit App der Herstellers & EMS-ESP-Modul über Home Assistent (HA)
Im ersten Schritt wurde an den Heizkörpern nichts umgebaut obwohl durch die Energieberatung klar war, dass sie teilweise für den WP-Betrieb unterdimensioniert waren. Im kritischen Wohnzimmer wurden unter dem Heizkörper 5 Heizungslüfter der Fa. Speed Comfort und im schlecht isolierten Studio 2 PC-Lüfter montiert, um die Leistung zu erhöhen und als Reserve gabt es ja noch die 3 Klimaanlagen.
Mit einem angenommen Wirkungsgrad der Gasheizung von ca. 80% und einem angenommenen COP von 3.0 für die WP lag der erwartetet Stromverbrauch der WP bei ca. 2.000-3000 kWh. Davon sollte es möglich sein 20-25% über selbsterzeugten Solarstrom abzudecken.
Erfahrungen im Betrieb:
In der Übergangszeit (im April 25) neigte die WP dazu 8-10x pro Tag auszugehen und dann für etwa 90 Minuten aus dem installierten Puffer zu leben. Bei jedem Anlauf ging die Modulation auf 35% hoch um dann auf den Minimalwert von 15% (~ 380W) abzufallen. Der dabei erreichte COP lag um die 3,5, was bei Außentemperaturen von 10….15°C miserabel ist.
Zu Beginn der Heizsaison im Sept. 25 habe ich dann beobachtet, dass die WP immer ausschaltet, wenn die Ist-Vorlauftempertur 4° über der Soll-Vorlauftemparatur lag. Also habe ich in HA eine Automation hinterlegt, die immer bei 3° Different den Sollwert über die Soll-Raumtemperatur indirekt anhebt. Damit lief die WP dann sehr gut durch und der COP stieg bei günstigen Bedingungen auf 4,5…5,0. Dazu habe ich in HA längere Abschaltzeiten definiert, so dass die WP täglich maximal 16h im Betrieb war.
Die Heizleistung im Wohnzimmer (HK Typ 33) und in den 3 Schlafräumen im Obergeschoß (je 1 HK Typ 22) waren dann doch etwas knapp bemessen. Zeitweise wurde dann die erreichte Maximaltemperatur um die 21° durch den Betrieb der Klimaanlagen ergänzt. Bei allen Verbrauchsdaten ist dieser Verbrauch der Klimaanlagen für das Heizen mit eingeschlossen.
Für die kommender Heizsaison wurden folgende Änderungen an den Heizkörpern vorgenommen:
- Im Wohnzimmer wurde ein zusätzlicher Vertikalheizkörper montiert
- einer der Typ 22 HK im OG wurde durch einen Typ 33 HK gleicher Länge ersetzt (Leistung +50%)
- einer der Typ 22 HK im OG wurde durch einen Typ 33 HK 10cm länger ersetzt (Leistung +70%)
- einer kleiner Typ 22 HK im OG wurde durch einen längeren Typ 22 HK aus den anderen Räumen getauscht (Leistung +30%)
Die Zahlen Sept. 2025 – April 2026
Monats-COP: 3,0…4,5 . Mittelwert 3,4
Max. Monatsverbrauch: 630 kWh (Jan.26)
Max. Tagesverbrauch: 35 kWh
Gesamtverbrauch (Sept.- April): 2310 kWh, davon 4% durch die Klimaanlagen
Der Standby-Verbrauch von ca. 30kWh von Mai-Aug., der bei uns zu 95% von der PV-Anlage kommt, wurde dabei nicht berücksichtigt. (120 kWh ~ 13,50€)
Solaranteil: 27% = 623 kWh (entspricht bei unserer Einspeisevergütung von 0,11 €/kWh ~ 68,60 €)
Stromkosten: im Octopus Übergangstarif 0,29 €/kWh ~ 437,00 €
Gesamtkosten WP: 505,00 €
Gesamtkosten GAS: (auf Basis Stadtwerke Willich Tarif „smart“ (0,10 €/kWh)) 1.296,80 €
Einsparung: 791,80 €





